Der 3. Zabeltitzer Landschaftstag fand am 12.09.2002 statt. Themen und Referenten sind im folgenden aufgeführt:
Inhalte:
  • Grundlagen zum Thema Blumenwiese und Versuchsergebnisse von verschiedenen Saatgutmischungen am Standort Dresden - Pillnitz (Herr Möllmann)
  • Erfahrungen eines Landschaftsplaners mit der Planung, Anlage und Unterhaltung von Blumenwiesen (Herr Haase)
  • Praxiserfahrungen mit der Anlage und Pflege von Blumenwiesen eines ausführenden Fachbetriebes (Herr Belitz)
  • Diskussion und Erfahrungsaustausch
  • geführte Besichtigung der 3. Sächsischen Landesgartenschau (Herr Naundorf)

Referenten:

  • Herr Friedrich Möllmann, Pillnitz (Referatsleiter Landespflege, Baumschulen und Friedhofsgärtnerei an der sächsischen Landesanstalt für Landwirtschaft)
  • Herr Rüdiger Haase, Freising (Inhaber des Büros für Landschaftsarchitektur Haase & Sömisch)
  • Herr Marko Belitz, Niemegk (Inhaber eines Fachbetriebes für Pflaster- und Grünanlagenbau sowie Baumpflege)
  • Herr Naundorf, Berlin (Landschaftsarchitekturbüro Weidinger Berlin, und federführend für die Gestaltung der 3. Sächsischen Landesgartenschau Großenhain)
Meinungsaustausch über Blumenwiesen zwischen Herrn Möllmann und Herrn Naundorf, links im Hintergrund Herr Dr. Canitz
Interessiert verfolgen die Teilnehmer des 3. Zabeltitzer Landschaftstages die Erläuterungen über die Elemente der 3. Sächsischen Landesgartenschau Großenhain
Pressemitteilung zum 3. Zabeltitzer Landschaftstag 2002

Zum 3. Mal fand der Zabeltitzer Landschaftstag im Frühherbst dieses Jahres statt. Wieder hatte Dipl.-Ing. E. Franke, öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger für Garten- und Landschaftsbau, Bauherren, Landschaftsarchitekten und Fachbetriebe des Garten- und Landschaftsbaues zum Austausch und Diskussion von wissenschaftlichen Erkenntnissen und praktischen Erfahrungen eingeladen. Diesmal war jedoch aus aktuellem Anlass die diesjährig im Nachbarort Großenhain stattfindende 3. Sächsische Landesgartenschau als Rahmen der Zusammenkunft gewählt worden.

Trotz der noch zu bewältigenden Folgen der Hochwasserkatastrophe in Sachsen – die Landesgartenschau war nicht betroffen – entschloss sich der Veranstalter, die Tagung nicht abzusagen, sondern auch ein Zeichen für die Weiterführung des normalen Lebens zu setzen.

Aus Anlass der Landesgartenschau wurde diesmal nur ein Themenkomplex in den Mittelpunkt des Vortragsgeschehens gestellt. Dadurch war am Nachmittag ausreichend Zeit für eine sachkundige Führung über das Gelände der Gartenschau .

Als Themenkomplex wurde diesmal die Problematik hinsichtlich Grundlagen, Ansprüche, Herstellung und Pflege von Blumenwiesen gewählt. Der private Hausgartenbesitzer, der Auftraggeber im öffentlichen Bereich oder der Naturschutz will immer öfter die naturnahe und ökologisch orientierte Gestaltung von Freiräumen erreichen. In diesem Zusammenhang wird dann oft die Begrünung von Flächen in Form von Blumenwiesen gefordert. Jedoch fehlen bei vielen Fordernden und Anwendern tiefere Kenntnisse und Erfahrungen mit dieser Art der naturnahen Begrünung von Bodenflächen. Hierzu gaben die Beiträge der Referenten für alle Zuhörer einen wesentlichen Einblick in dieses bisher wenig erforschte Gebiet.

Als erstes erfolgte durch Herrn Möllmann von der sächsischen Landesanstalt für Landwirtschaft in Pillnitz die Vorstellung von Ergebnissen, welche im Rahmen eines seit 5 Jahren laufenden Versuches zur Beurteilung von Saatgutmischungen (Blumenwiesen) verschiedener Hersteller am Standort Dresden erzielt wurden . Als Einführung und Grundlage hierfür fasste er nochmals die möglichen Einflussfaktoren und deren Zusammenwirken für das Gelingen der Anlage einer Blumenwiese zusammen. Hier wurde sehr deutlich, dass nur durch eine individuelle, sehr auf Standort, Wirkungsziele und machbare Pflegemaßnahmen abgestimmte Vorgehensweise eine wirkliche Blumenwiese entstehen kann. Anhand von Beispielen bezüglich der Versuche in Boniturergebnissen und Bildern wurde dargestellt, wie unterschiedlich Blumenwiesen aus verschiedenen Saatgutmischungen in den einzelnen Jahren wirken können.

Herr Rüdiger Haase, Inhaber eines Landschaftsarchitekturbüros in Freising, zeigte in seinem Vortrag sehr eindringlich anhand von mehreren, von ihm über Jahre betreuten Projekten, dass eine naturnahe Begrünung mit vornehmlich Wildkräutern eine gute Alternative zur Rasenansaat darstellen kann. Insbesondere wenn es gilt, Rekultivierungen von Böden in Zusammenhang mit der Verzahnung zu vorhandenen Landschaften/Biotopen vorzunehmen, ist mittels der individuellen Abstimmung der Ansaaten auf die vorhandenen Bedingungen und erwünschten Ziele auch kostengünstig eine Begrünung möglich.

An dritter Stelle sprach Herr Marko Belitz, Inhaber eines Galabau-Betriebes in Niemegk - Brandenburg - über seine Erfahrung bei der Anlage und vor allem auch Pflege von naturnahen Wiesenflächen. Seiner Erfahrung nach ist in den neuen Ländern die Frage der Unterhaltung von nicht genutzten Gewerbeflächen über einen längeren Zeitraum ein Schwerpunkt in den nächsten Jahren.

Nach der Mittagspause wurde die Tagung dann mit einer ausführlichen Führung durch die Landesgartenschau Großenhain beendet. Herr Naundorf vom Planungsbüro Weidinger, Berlin stellte anhand fundierter Erklärungen die wichtigsten Elemente der Schau vor. Auch die Problematik der Anlage einer Blumenwiese im Tal der Gräser wurde durch die Teilnehmer eingehend erörtert.

Die gesamte Veranstaltung war wie schon beim letzten Mal von Diskussionen und Erfahrungsaustausch zwischen Referenten und Teilnehmern geprägt. Es ist zu begrüßen, dass diese Veranstaltung fortgeführt wird und alle Beteiligten freuen sich auf den 4. Zabeltitzer Landschaftstag 2003 mit interessanten und bisher wenig diskutierten Themen.

Dr. Canitz