Der 7. Zabeltitzer Landschaftstag fand am 07.09.2006 statt. Themen und Referenten sind im folgenden aufgeführt:
An dieser Stelle werden nur einige wenige Bilder vom 7. Landschaftstag gezeigt, wer sich das gesamte Bilderalbum ansehen möchte, der klicke auf den obenstehenden Link
Inhalte:
  • Aktueller Stand der Regelwerksarbeit der FLL zum Thema Teichbau (Eckehard Franke)
  • Vorstellung der neuen FLL-Richtlinie für Gewässerabdichtungen (Barbara Sedlmeir)
  • Erfahrungen bei der Herstellung von Teichen und aktuelle Probleme von Regelwerken (Werner Eyßer)
  • Auswahl von Sachverständigen und der Zeitpunkt ihrer Hinzuziehung - nützliche Hinweise (Eckehard Franke)
  • Ausbildungsschwerpunkte zum Thema Naturstein in Pillnitz (Dr. Ingolf Hohlfeld)
  • Aktuelle Tendenzen in der Verwendung von Natursteinen (Manfred Jentzsch)
  • Planung und Ausführung von Schwergewichtsmauern - Einsatz von Gabionen (Manfred Jentzsch)
  • Erfahrungen mit Natursteinarbeiten und Regelwerken seit den 80er Jahren (Frank Siewert gemeinsam mit Herrn Dietz)
  • Erfahrungen bei der Ausführung von Natursteinarbeiten (Christian Dietz gemeinsam mit Herrn Siewert)

Referenten:

  • Barbara Sedlmeir; Landschaftsarchitektin, Mitarbeiterin im Bodenlabor Armbruster Stadtbergen, Mitglied im FLL-Regelwerksausschuss Gewässerabdichtungen
  • Werner Eyßer; Inhaber des Garten- und Landschaftsbaubetriebes Eyßer, Dresden
  • Eckehard Franke; ö.b.u.v. Sachverständiger für Landschaftsbau und für die Fachgebiete „Gehölze, Schutz- und Gestaltungsgrün, Gehölzwertermittlung und Baumsanierung und Bewertung der Verkehrssicherheit, Zabeltitz
  • Dr. Ingolf Hohlfeld; Referatsleiter Garten- und Landschaftsbau an der Sächsichen Landesanstalt für Landwirtschaft Pillnitz
  • Manfred Jentzsch; ö.b.u.v. Sachverständiger i.R. für Naturwerksteinarbeiten im Hochbau, Fischbach bei Dresden
  • Frank Siewert; Inhaber des Fachbetriebes Natursteinbau F. Siewert, Radebeul
  • Christian Dietz; Inhaber des Garten- und Landschaftsbaubetriebes Christian Dietz Rustikaler Natursteinbau, Wilsdruff
Barbara Sedlmeir im Vortrag
Werner Eyßer im Vortrag
Dr. Ingolf Hohlfeld im Vortrag
Manfred Jentzsch im Vortrag
Pressemitteilung zum 7. Zabeltitzer Landschaftstag 2006

Handfeste Argumente für Naturstein und Teichbau

Beim 7. Landschaftstag im sächsischen Zabeltitz hatten die Praktiker das Wort

Nichts könnte den praxisorientierten Geist des Zabeltitzer Landschaftstages besser illustrieren als jene Metallform für Natursteinsäulen, die der Wilsdruffer Garten- und Landschaftsbaubetrieb Dietz vorstellte. Die in zwei Dimensionen verstellbare Schalung ermöglicht es, wild gebrochene Steine aufzumauern und trotzdem die Maße exakt einzuhalten. Keine überstehenden Kanten, keine Messfehler mit der Wasserwaage, keine gekippten oder verdrehten Steine – der Kantenanschlag von Dietz´ Säulen-Form hält sowohl die Form als auch die Last. Dadurch kann man nicht nur schneller bauen, sondern auch preiswerteres Material einsetzen. "Die genial einfache Grundidee stammt von meinem Onkel", erläutert Firmeninhaber Christan Dietz. "Ich habe sie technisch verfeinert, so dass man jetzt mühelos Leerrohre, Sprechanlagen und Briefkästen in die Säulen einbauen kann." Die Kostenminimierung, die durch die Dietzsche Neuerung erreicht wird, macht Natursteinsäulen für einen größeren Kundenkreis erschwinglich.

Zum siebenten Mal bereits hatte der ö.b.u.v. Sachverständige Eckehard Franke zum Landschaftstag nach Zabeltitz bei Dresden geladen, und rund 30 Vertreter von Firmen, Baubehörden und Landschaftsarchitekten aus Sachsen, Brandenburg und sogar aus Bayern waren angereist, um ihre Erfahrungen in die Vortäge einzubringen und an den Erkenntnissen ihrer Fachkollegen zu partizipieren. "Wir wollen hier keine Fachbuch-Weisheiten diskutieren, sondern Dinge, die noch gar nicht in den Büchern zu finden sind", umreißt Veranstalter Franke das Anliegen seines Seminars. Deshalb liegt der Schwerpunkt einerseits auf den praktischen Erfahrungen, die Garten- und Landschaftsbaufirmen mit den sich ständig ändernden Marktbedingungen und Baumaterialien gemacht haben. Andererseits werden die Praktiker mit den neuesten Rechtsvorschriften und Qualitätsrichtlinien vertraut gemacht, die beispielsweise von der Forschungsgesellschaft Landschaftsentwicklung Landschaftsbau e.V. (FLL) regelmäßig erarbeitet und aktualisiert werden. Aber auch hier geht es nicht um die "reine Lehre" des Landschaftsbaus. Referentin Barbara Sedlmeir beispielsweise, die die neue Richtlinie für Gewässerabdichtungen vorstellte, hat diese nicht nur im FLL-Regelwerksausschuss mit erarbeitet, sondern hat sie als Landschaftsarchitektin beim Bodenlabor Armbruster in Stadtbergen (Bayern) auch in der Praxis erprobt. Besonderes Augenmerk, so Sedlmeir, sei beim Teichbau auf die Bodenschichtung zu legen. Unverzichtbar die Beprobung und Analyse des Untergrundes: Dadurch könne man nicht nur schwerwiegende Baufehler vermeiden, sondern tonige Schichten überdies Kosten sparend in die Abdichtung integrieren. Diese Verfahrensweise ist unter Praktikern allerdings umstritten. "Von Tonabdichtungen lasse ich lieber die Finger", erklärt Landschaftsbauerin Eva-Maria Pietzsch aus dem sächsischen Lichtensee. "Das ist für einen kleinen Betrieb wie den unseren einfach zu aufwändig und zu riskant."

"Regelwerke können die praktischen Erfahrungen beim Teichbau nicht ersetzen", ist sich Werner Eyßer sicher. Der Inhaber eines Dresdner Garten- und Landschaftsbaubetriebes hat sich auf den Bau von Schwimmteichen spezialisiert und wartete beim Zabeltitzer Landschaftstag mit einem freimütigen Vortrag auf, in dem er die Pannen, die ihm in der eigenen Praxis unterliefen, nicht aussparte. Seit einer gerichtlichen Auseinandersetzung mit einem Kunden schreibe er in jeden Vertrag hinein, dass er Folien nur annähernd faltenfrei verlegen könne. Am besten, man einige sich auf ein zulässiges Maximum, beispielsweise fünf Zentimeter. Eyßer arbeitet ausschließlich mit hochwertiger Kautschukfolie (EPDM). An senkrechten Wänden müsse aber auch diese ganzflächig verklebt werden. Ein weiteres Problem bei Schwimmteichen sei die Stabilität der Seitenwände. Damit sie dem Druck des umgebenden Erdreiches standhalten, sollte man das Wasser auch im Winter nicht ablassen – zumindest nicht ohne zusätzliche Stützmaßnahmen. Überdies müssten die Kunden darüber aufgeklärt werden, dass ein Schwimmteich keineswegs weniger Pflege brauche als ein Swimmingpool.

Über den Bau von Schwergewichtsmauern aus Gabionen referierte Manfred Jentzsch aus Fischbach bei Dresden. Der ö.b.u.v. Sachverständige i.R. für Naturwerksteinarbeiten im Hochbau gab Erfahrungen bei der Beurteilung von Schadensfällen weiter und erläuterte die entsprechenden Richtlinien der Forschungsgesellschaft für Straßen- und Verkehrswesen (FGSV). Das A und O beim Einsatz von Gabionen seien die Qualität der Drahtgitter und die Verdichtung des Füllmaterials. Je hochwertiger die Zinkauflage, desto größer der Zeitraum bis zum Einsetzen der ersten Korrosionserscheinungen. Ab 500 Gramm je Quadratmeter könne man die Gabionen sogar im Wasserbau einsetzen. Punktgeschweißte Drahtgitter, so habe er in seiner Gutachterpraxis feststellen müssen, seien mehrfach verdrillten Körben unbedingt vorzuziehen. Auch für kleinere Landschaftsbaubetriebe, die eher im Haus- und Gartenbereich tätig sind, hatte Manfred Jentzsch manchen guten Tipp parat. Der Natursteinmarkt sei durch Importe aus Asien sehr unübersichtlich geworden, und manchen Gesteinen bekäme das Klima der gemäßigten Breiten gar nicht gut. Unter den chinesischen Graniten etwa gebe es echte "Wasserschlucker", bei denen Frostschäden vorprogrammiert seien. "Fordern Sie bei jedem neuen Material Prüfzeugnisse an!" so der Rat des Experten.

Seine langjährigen Erfahrungen mit Natursteinarbeiten und den entsprechenden Regelwerken gab Frank Siewert, der Inhaber eines Fachbetriebes für Natursteinbau in Radebeul (Sachsen) weiter. Siewert hat sich insbesondere auf die Terrassierung von Weinbergen spezialisiert und dadurch im Elbtal zwischen Meißen und Dresden ein interessantes Betätigungsfeld gefunden. In einem reich bebilderten Vortrag vermittelte er den Teilnehmern einen Eindruck davon, wie das alte Handwerk des Trockenmauerbaus in den vergangenen 15 Jahren in Sachsen zu neuer Blüte gebracht wurde. Die aufwändige Technik wird heute, oft unter Verwendung von Zyklopen- und Wasserbausteinen, auch bei der Anlage rustikaler Bauerngärten und bei der Restaurierung von alten Gebäuden nachgefragt. Siewert wies darauf hin, dass Trockenmauern nicht nur sorgfältig gebaut, sondern auch regelmäßig gepflegt werden müssen. Besonders die so genannten Zwickel seien bei Bedarf zu erneuern, damit die Mauerspannung erhalten bleibt.

Die einstündigen Vorträge beim Zabeltitzer Landschaftstag reichten oft nicht aus, um die Fülle an Praktikerwissen weiterzugeben. Angeregte Pausendiskussionen sorgten dafür, dass der Zeitplan mehrmals ins Wanken geriet. "Es ist schon erstaunlich, wie intensiv die Teilnehmer ihre Erfahrungen austauschen", resümierte Veranstalter Eckehard Franke und fügte scherzhaft hinzu: "Vielleicht brauchen wir beim nächsten Landschaftstag überhaupt keine Referenten mehr."

Manfred Müller, Freier Journalist

Diese Seite wurde aktualisiert am Dienstag, 29. Mai 2007